Fromm und Hartz

„Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, welcher viel gibt. Der Hortende, der ständig Angst hat, etwas zu verlieren, ist psychologisch gesehen ein armer Habenichts, ganz gleich, wie viel er besitzt. Wer dagegen die Fähigkeit hat, anderen etwas von sich zu geben, ist reich.“

Erich Fromm, der heute 114 geworden wäre, wenn …

Wenn ein so hohes Alter möglich, ja, wenn es erstrebenswert wäre. Man würde glatt das Sozialsystem vollends zu Schrott fahren. Ein System, das zusehends löchriger wird, zu löchrig als Hängematte, als die es Uninformierte gerne bezeichnen.

Riester kann bei weitem nicht retten, was Hartz verbockt hat. Arbeitsplätze werden nicht aus dem Hut geschüttelt. Im Gegenteil. Wenige große Zauberer lassen die Möglichkeit zu menschenwürdigem Einkommen für alle in ihrem Hut verschwinden. Muss eine Mindestlohndebatte überhaupt geführt werden oder wäre es nicht sozialer, generell einen Nettoverdienst zu fixieren, der für den jeweiligen Arbeitnehmer wenigstens 50 % über dem Sozialhilfesatz liegt?

Der Unmut der arbeitenden Bevölkerung ist zu verstehen, wenn sie bei allem Kraftaufwand, allem ständig wachsenden Druck und Stress unterm Strich nicht mehr hat als jemand, der “nichts” tut (dass dies bei sicher mehr als 50 % der Arbeitslosen nicht freiwillig ist, steht auf einem anderen Blatt). Erst recht dann, wenn diese Personen womöglich noch das Procedere auf sich nehmen müssen, beim Jobcenter ergänzende Leistungen zum Arbeitsentgelt zu beantragen. Das ist entwürdigend und gegen jede Selbstbestimmung.

Wohl dem, der rechtzeitig die Chance hat, zumindest für die alten Tage ein zweites Standbein zu verankern. Damit nicht der Boden unter den Füßen entzogen wird. Und nicht der innere Reichtum dem Überlebenskampf unterliegt.

Psychologie, Sozial- und Arbeitsrecht, Hartz IV und das SGB gehören zu meinen Spezialgebieten. Profitieren Sie für Ihre Texte von meiner Erfahrung!

 

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